Friedewald als Stich

Die Gemeinde Friedewald liegt zwischen Säulingswald und dem Naturschutzgebiet Dreienberg. In ihrem Umkreis befinden sich mehrere verlassene Wüstungen, deren älteste die 1141 erstmals erwähnte Wüstung Hammundeseiche ("dicke Eiche") ist.
Von 1970 bis 1973 konnten bei Grabungsarbeiten die Fundamente der Pfarrkirche freigelegt werden. 1312 galt die Wüstung Hammundeseiche bereits wieder als verlassen.

Man vermutet, das die Bewohner in den Schutz der Wasserburg Friedewald gezogen sind, die als Nachfolgebau der "Drygenburg" im 13. Jahrhundert errichtet wurde.
Die Wasserburg lag günstig an den "kurzen Hessen", die die Messestädte Frankfurt und Leipzig direkt verbanden, mitten im wildreichen Säulingswald, der sich schnell zum begehrten Jagdrevier der hessischen Landgrafen entwickeln konnte.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1302.
Das Amt Friedewald wurde 1372 und der Ort 1430 erstmals urkundlich genannt. Die ursprüngliche Anlage wurde im
15. Jahrhundert komplett erneuert und gilt als interessantes Beispiel des Festungsbaues des ausgehenden Mittelalters. Bis zur ihrer Zerstörung im Zuge des 7jährigen Krieges 1762 wurde der gesamte komplex mehrfach umgebaut und erweitert.
 

Die Wasserburg im Schloß
Schloßbrunnen
apotheke

In Friedewald befindet sich die erste und somit auch älteste Landapotheke des Kreises Hersfeld. Sie wurde durch ein kurfürstliches Dekret am 16.Oktober 1824 in Friedewald gegründet.
Der erste Apotheker war Christian Heinrich Credé (1797-1866), der auch als Landwirt, Posthalter und Bürgermeister tätig war. Sein Hof mit der Apotheke stand an der Stelle, an der sich auch heute noch die Apotheke befindet.

Am 16.August 1879 wird in Friedewald von Pfarrer August Haupt und 84 Einwohnern Friedewalds die erste Darlehenskasse Kurhessens gegründet. Sie ist aus dem 1877 gegründeten Rindervieh-Versicherungs-Verein hervorgegangen. Ihr Ziel war die Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Mitglieder.
Um 1870 war Friedewald eher eine kleine Gemeinde, deren Mitglieder, meist Bauern, täglich hart für ihr Überleben kämpfen mußten. In der Region gab es wenig Arbeitsplätze, was sich erst mit dem Aufschwung der Kaliindustrie im Werratal gebessert hat.
Wer gerne mehr über die Geschichte von Friedewald und der Region erfahren möchte, dem bietet sich ein Besuch des Heimatmuseums im neu restaurierten Schlossbereich an. Ein Besuch, der sich wirklich lohnt

Friedwalds Kirche

Zitiert aus "Lebendige Vergangenheit - aus einer vergessenen Ecke" Katalog des Heimatmuseums Friedewald